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Spanische Flüchtlinge in Argeles

Direkt neben meiner Unterkunft im Urlaubsort Argeles fiel mir ein Gedenkstein auf, der an ein Flüchtlingslager an dieser Stelle erinnert. Auch wenn dieses Drama fast 80 Jahre zurück liegt, ist das Thema „Flucht“ immer noch aktuell. Es waren überwiegend Spanier, die aus dem vom Bürgerkrieg zerstörten Spanien vor den Truppen des faschistischen General Franco flohen. Mit dem Fall von Barcelona am 26. Januar 1939 und von Girona am 5. Februar 1939 flüchteten mehr als eine halbe Million Flüchtlinge zur französischen Grenze. Unter den Flüchtenden befanden sich auch Deutsche, die auf der Seite der spanischen Republik für die Freiheit gekämpft hatten. Die französische Regierung entschied sich, alle Flüchtenden ca. 35 km von der spanischen Grenze entfernt an den Stränden der Stadt Argelès-sur-Mer zu internieren. Einer Stadt mit damals wenigen Tausend Einwohnern!

Das Gebiet wurde mit Stacheldraht umzäunt und von der französischen Armee und von einigen Polizisten bewacht. Die Lebensbedingungen der Flüchtlinge im Internierungslager Argelès-sur-Mer waren mehr als schlecht. Die von den Häftlingen selbst errichteten Baracken waren aus Holz und Leinwand. Die Hilfslieferungen von Organisationen, wie zum Beispiel dem Roten Kreuz, reichten nicht aus, um die Flüchtlinge zu versorgen, wobei das Essen mit Salzwasser des Mittelmeeres gekocht werden musste.

Sechs Monate nach der Errichtung des Internierungslagers Argelès-sur-Mer brach der Zweite Weltkrieg aus. Während des deutschen Westfeldzugs verließen im Juni 1940 viele der Internierten das Lager, wobei die meisten in Frankreich blieben. Einige kämpften in der französischen Armee gegen die Achsenmächte oder schlossen sich dem französischen Widerstand (Résistance) an. 7.300 Internierte, die in deutsche Gefangenschaft gerieten, wurden vor allem im KZ Mauthausen und KZ Gusen gefangen gesetzt und dort getötet.

Andere beschlossen, nach Spanien zurückzukehren und an das Amnestieversprechen für jene, die keine Gewaltverbrechen begangen hatten, zu glauben. Viele dieser Heimkehrer wurden hingerichtet oder bei ihrer Rückkehr in ihre Heimatorte in Francos Konzentrationslager gesteckt.

Heute haben Hotels und Häuser die damaligen Baracken ersetzt und es ist keine Spur mehr vom „spanischen Lager“ übrig geblieben. Nur das Denkmal in Höhe des Hotel du Lido und der Friedhof am Rand der Avenue de la Retirada erinnern an den Ort dieses Flüchtlingslagers.

Besuch unserer Partnerstadt Argeles (F)

Wie auch in den vorherigen Jahren wollte ich unseren Sommerurlaub dazu nutzen, eine unserer Partnerstädte zu besuchen. Diesmal jedoch nicht Burhaniye in der Türkei, sondern Argeles-sur-mer in Frankreich. Mit Argeles ist Hürth seit dem Jahr 1988 verbunden. Die Stadt liegt an der französischen Mittelmeerküste in der Region Languedoc-Roussillon nahe der Grenze zu Spanien und hat etwas mehr als 10 000 Einwohner. Hinzu kommen in der Sommersaison (insbesondere im Juli und August) über 100 000 Feriengäste. Der Tourismus ist stark von Campingurlaubern geprägt. Die Wirtschaft der Stadt ist mit Hotels, Restaurants, Cafés, Freizeiteinrichtungen, und Geschäften aller Art auf den Fremdenverkehr ausgerichtet. Ein weiterer wichtiger Erwerbszweig ist der Anbau von Wein und Obst. Sowohl Hürth, als auch Argeles haben eine Straße nach ihrer Partnerstadt benannt. Doch während es in Hürth eine einfache Stichstrasse (von der Sudetenstrasse) ist, gibt es in Argeles sogar eine Avenue!

Frühjahrsempfang des PV Hürth

Der Frühjahrsempfang des Partnerschaftsverein Hürth findet wie häufig in Alt-Hürth statt. Diesmal jedoch nicht im Löhrerhof, der wegen Renovierung geschlossen ist.
Bei der Mitgliederversammlung wurde der bisherige Vorstand einstimmig neu gewählt und ich werde als Kassenprüfer den Verein, dem ich nun seit mehr als 10 Jahren angehöre, weiter unterstützen. Im Anschluss gab es bei dem gemütlichen Treffen mit Freunden und Unterstützern des Vereins, die Möglichkeit sich auszutauschen. Der PV Hürth setzt sich für die Pflege unser Beziehungen zu den 6 Partnerstädten von Hürth ein.

Meine Wahlkreiszeitung für 2016

Seit Mai 2014 bin ich Mitglied des Hürther Stadtrates und ein weiteres Kalenderjahr geht langsam zu Ende. Ein guter Grund auf die letzten 12 Monate meiner Tätigkeit als Hürther SPD-Ratsmitglied zurückzublicken. Nachdem die letzen beiden Ausgaben noch im alten Design waren, habe ich dieses Jahr auf das neue Erscheinungsbild (CI) der SPD Hürth umgestellt. Wie schon in den letzten beiden Jahren habe ich auf eigene Kosten eine Zeitung erstellt, damit die Bürgerinnen und Bürgern in meinem Wahlkreis einen Überblick haben, für welche Themen ich mich eingesetzt habe.

Für alle, die die Zeitung nochmals elektronisch lesen wollen, nachfolgend der entsprechende Link:

Twellmann_Zeitung_2016

Jubiläumsfest des Partnerschaftsverein Hürth

PV HuerthMit einem dreitägigen abwechslungsreichen Programm würdigten die Stadt Hürth und der Partnerschaftsverein Hürth das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit Spijkenisse (Niederlande) und Thetford (Großbritannien) sowie das 20-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit Skawina (Polen).
Spijkenisse liegt in der Provinz Süd-Holland auf der Insel Voorne-Putten in unmittelbarer Nähe von Rotterdam. Sie ist eine junge Stadt  mit rund 78.000 Einwohnern. In den letzten vierzig Jahren hat sich Spijkenisse von einem kleinen Dorf zu einer mittelgroßen Stadt  entwickelt. Im vorigen Jahr wurde sie in die Gemeinde Nissewaard eingegliedert.
Thetford ist eine ländliche Stadt mit knapp 22.000 Einwohnern, die im Zentrum der Region East Anglia und in der südwestlichen Ecke der Grafschaft Norfolk an der Grenze zu Suffolk liegt. Durch Thetford verlief bis 1989 die Hauptverkehrsader (A11) zwischen London und der bedeutenden Großstadt Norwich.
Skawina ist rund 15 Kilometer von der Universitätsstadt Krakau entfernt und mit dieser durch eine Schnellstraße verbunden. Die Stadt besteht aus 15 Ortsteilen mit fast 42.000 Einwohnern. Mehr als die Hälfte davon wohnt im Stadtkern Skawinas.
Rund 35 Gäste aus diesen Partnerstädten und auch der Partnerstadt Argelès-sur-Mer haben an der Feier teilgenommen. Darunter der stellvertretende Bürgermeister Norbert Rzepisko aus Skawina und Terry Jermy aus Thetford. Aus Argelès-Sur-Mer nahm Bürgermeister Antoine Parra und aus Spijkenisse die Bürgermeisterin Mirjam Salet teil. Beide sind zudem Mitglieder unserer jeweiligen Schwesterpartei.
Die gemeinsame Abendveranstaltung -organisiert von der Stadt Hürth und dem Partnerschaftsverein- fand diesmal im 10Pin-Entertainment-Center in Hermülheim statt. Für die musikalische Begleitung hatte die Big Band der städtischen Josef-Metternich-Musikschule gesorgt. Wie immer ein gelungener Abend mit vielen Freunden und Bekannten aus den Partnerstädten. Leider konnte in diesem Jahr keine Delegation aus Burhaniye teilnehmen. Ein wichtiges städtisches Fest hielt sie von der Reise ab und ich hoffe, dass sie beim nächsten Mal wieder dabei sein können.

Besuch beim Bürgermeister

imageWie bei meinem letzten Aufenthalt vor 2 Jahren kann ich den Urlaub in unserer Partnerstadt Burhaniye mit einem Besuch bei dem dortigen  Bürgermeister Necdet Uysal von der AKP verbinden. Im Namen unseres Hürther Bürgermeisters Dirk Breuer richte ich ihm Grüße aus und überreiche die Gastgeschenke, die mir für den Besuch mitgegeben wurden. Eine nette Geste, die Hr. Uysal sehr freute.

Im Gespräch erzählt er uns von seinen geplanten Projekten für Burhaniye und wir sprechen darüber, wie die Städtepartnerschaft weitergeführt wird. In Kürze wird der Bau eines auch behindertengerechten Schwimmbads direkt am Strand erfolgen. Leider wird das Becken nur knapp 20 Meter lang und daher für Schwimmwettbewerbe nicht nutzbar sein. Was mir in Burhaniye auffällt ist, dass man überall die Bordsteine absenkt, um behindertengerecht zu werden. Auch ein direkter Zugang für Behinderte zum Meer wird von ihm geplant. Als weiteres Thema denkt Hr. Uysal über eine Verbesserung der Grünflächen nach und stellt uns den Verantwortlichen vor. Beide wären an einem Austausch mit Hürth interessiert, was ich nach meiner Rückkehr bei unserer Stadtverwaltung nachfragen werde.

Schüleraustausch mit Burhaniye

PVH_2015Die türkische Stadt Burhaniye ist seit September 2011 Partnerstadt von Hürth. In den letzten Jahren konnten wir einen Schüleraustausch zwischen dem ASG und dem dortigen Gymnasium  etablieren. Die Austauschschüler beider Gymnasien erstellten den Film „Moving (hi)stories“, der die Migration zwischen Deutschland und der Türkei darstellte. Neben der Vorstellung des Films, gab es Baglama-Musik und leckeres Essen. Organisiert hat den Nachmittag der Arbeitskreis Burhaniye des Partnerschaftsvereins Hürth. Neben  Bürgermeister Walther Boecker nahm auch unser Kandidat Stephan Renner teil, der meine Frau als Arbeitskreisleiterin zu der guten Veranstaltung beglückwünschte.

Treffen mit dem Ex-Bürgermeister

Treffen mit Fiert AkovaZum Ende unseres Urlaubs in der Partnerstadt Burhaniye habe ich die Gelegenheit mich mit dem früheren Bürgermeister der Stadt Hr. Akova zu treffen. Bei den Kommunalwahlen im März war er seinem Herausforderer mit 144 Stimmen knapp unterlegen. Im Gespräch erfahre ich von Unregelmässigkeiten bei der Wahl. Unter anderem erhielten fast 200 nicht wahlfähige Bürger kurzfristig noch das Wahlrecht und es gab Gerüchte, dass Stimmen gekauft wurden. Eine von der CHP geforderte Überprüfung der Wahl wurde jedoch von der übergeordneten Behörde abgelehnt. Eine Wahl so zu verlieren ist natürlich mehr als bitter.
Seine politische Zukunft ist momentan noch nicht klar und hängt stark von der Landeswahl im nächsten Jahr ab, bei der auch wieder seine Schwester für die CHP kandidieren wird. Zum Endes des Gespräches bittet er mich noch Grüße an unseren Bürgermeister auszurichten, was ich gerne tun werde.

Wahlergebnis in der Türkei

Wahlergebnis-TürkeiWas sich in den Prognosen schon abzeichnete ist nun mit der Wahl bestätigt worden: der neue Präsident der Türkei wird Recep Erdogan sein. Er wurde mit ca. 51 % der Stimmen gewählt. Auf dem zweiten Platz mit ca. 38 % der Stimmen folgt Ekmeleddin Ihsanoglu. Recep Erdogan hatte sich dazu entschieden für das Amt des Präsidenten zu kandidieren, da er nach türkischem Recht nicht ein weiteres Mal als Ministerpräsident antreten durfte. Vor der Wahl hatte Erdogan angekündigt das Amt des Präsidenten deutlich politischer auszuführen und nach der nationalen Wahl im nächsten Jahr mit deutlich mehr Rechten auszustatten. Kritische Stimmen sehen die Türkei nun auf dem Weg in ein totalitäres System, wie wir es aus Russland kennen. Gemessen an dem unfairen Wahlkampf, bei dem der Staatssender TRT Erdogan weit über 500 Minuten Sendezeit einräumte und seinem Widersacher Ihsanoglu lediglich 5 Minuten, halte auch ich dies für ein weiteres Beispiel dafür.
In unserer Partnerstadt Burhaniye schnitt die AKP mit Erdogan schlecht ab und erreichte nur 33% und Ihsanoglu holte 62%. Dies ist in der gesamten Küstenregion und damit den typischen Tourismusorten der Fall.
Ein Blick auf die Stimmabgabe in Deutschland zeigt ein anderes Bild. Bei einer Wahlbeteiligung von 7% (weniger als 100.000 Stimmen) erreichte Erdogan landesweit ein überdurchschnittliches Ergebnis von ca. 60 % und in der Region NRW sogar von mehr als 70%.

Besuch von Wahllokalen in der Türkei

Foto-1-1024x774Heute wurde zum ersten Male in der Geschichte der Türkei der Staatspräsident direkt vom Volk gewählt. Zur Wahl standen der türkische Ministerpräsident Recep Erdogan von der regierenden AKP und Ekmeleddin Ihsanoglu, der von unserer Schwesterpartei CHP und weiteren Parteien unterstützt wird. Im ersten Wahlgang ist eine absolute Mehrheit nötig und sollte keiner der Kandidaten dies schaffen, gibt es in 2 Wochen eine Stichwahl. Für weitergehende Informationen zur Wahl empfehle ich die letzte Ausgabe des SPIEGEL und den recht interessanten Artikel der TAZMittags (bei ca. 40 Grad Temperatur) hatte ich die Gelegenheit mehrere Wahllokale in einer Schule zu besuchen und ich konnte interessante Einblicke in den Wahlvorgang gewinnen. Wie auch bei uns gibt es eine Wählerliste, die nach Strassen und dann nach Nachnamen aufgeteilt ist. Jeder Wähler unterschreibt hier jedoch mit seinem Namen in der Wählerliste und erhält danach seinen Wahlzettel. Auf dem Wahlzettel ist neben dem Namen auch ein Bild des Kandidaten und die Stimme wird abgegeben, indem man einen Stempel benutzt und nicht wie bei uns ein Kreuz an der gewünschten Stelle macht. Eine Briefwahl wie bei uns gibt es nicht, da dies die Möglichkeit der Wahlmanipulation erhöhen würde. Der Wahlvorstand besteht aus 2 Mitarbeitern der Stadt und insgesamt 5 (!!) Vertretern der Parteien und ab 17:00 Uhr wird dann gemeinsam ausgezählt. In den Wahllokalen, die ich besuchte schätzte man eine Wahlbeteiligung von ca. 80 % und zeigte sich über die geringe Teilnahme enttäuscht. Wir würden uns über eine so hohe Beteiligung sicher freuen.

Besuch beim Bürgermeister

Burhaniye BaskanWie auch in den letzten Jahren kann ich den Urlaub in unserer Partnerstadt Burhaniye mit einem Besuch bei dem Bürgermeister verbinden. Diesmal treffe ich jedoch nicht auf Fikret Akova, sondern seinen Nachfolger Necdet Uysal von der AKP. Ende März hatte er die Direktwahl zum Bürgermeister knapp mit 150 Stimmen gewonnen, während im Stadtrat die CHP weiter die stärkste Partei ist. Zum Regieren ist seine AKP daher auf eine weitere Partei angewiesen. Im Namen unseres Bürgermeisters Walther Boecker gratuliere ich ihm zu seiner Wahl und überreiche ihm als kleines Gastgeschenk einen Hürth-Schal.

Im Gespräch erzählt er uns von seinen geplanten Projekten für Burhaniye und wir sprechen darüber, wie die Städtepartnerschaft weitergeführt wird. An der Mülltrennung und Stadtentwässerung in Deutschland ist er sehr interessiert und wir schlagen vor, dass er einen seiner Mitarbeiter zur Weiterbildung nach Hürth schickt. Werde dies bei unseren Stadtwerken nachfragen und würde mich freuen, wenn es klappt.

Frühjahrsempfang beim PVH

EinladungMitglieder06042014-Small-257x300Wie jedes Jahr findet heute wieder das Frühlingsfest des Partnerschaftsverein Hürth (PVH) im Löhrerhof statt, bei dem meine Frau und ich seit vielen Jahren Mitglied sind. Gemeinsam haben wir uns dafür eingesetzt,  dass die türkische Stadt Burhaniye eine Städtepartnerschaft mit Hürth eingeht und 2011 hatte es dann geklappt. Aber auch für unsere 5 anderen Partnerstädte lohnt sich der Einsatz.

Mehr als 60 Mitglieder sind heute dabei und vom ASG 3 Lehrer, die vom bevorstehenden Schüleraustausch mit Burhaniye berichten.

Mehr über die Arbeit des PVH findet sich hier:

www.pv-huerth.de

Kommunalwahl in Burhaniye (Türkei)

Unknown-1Mit Spannung verfolge ich die Kommunalwahl in unserer türkischen Partnerstadt Burhaniye. Leider reicht es für den bisherigen Bürgermeister Fikret Akova von unserer Schwesterpartei der CHP nicht. Er verpasst den 4. Sieg in Folge nur um knapp 150 Stimmen. Im Stadtrat wird die CHP jedoch weiter die Mehrheit stellen. Fikret Akova kenne ich seit 2010, als ich ihn gemeinsam mit unserem Bürgermeister Walther Boecker zur Anbahnung unserer Städtepartnerschaft mehrfach getroffen habe. Auch in den Jahren danach ergab sich während unseres Urlaubes in der Türkei immer die Gelegenheit ihn in seinem Büro zu besuchen.

Sein Nachfolger ist Necdet Uysal von der AKP, die die Kommunalwahl in der Türkei gewonnen hat. Ich bin gespannt, wie sich die Zusammenarbeit mit dem neuen Bürgermeister und unserer Städtepartnerschaft gestalten wird.